Von Frauen und Kakadus

Frauen und KakadusIn der WELT von heute eine Randnotiz: Kakadus, die planen und ihren Fressimpuls zeitweilig unterdrücken können, wenn dafür leckerere Nahrung in Aussicht steht. Papageienvögel seien in der Lage zwischen sofortigem Nutzen und künftigem Gewinn abzuwägen, schreiben Forscher der Universität Wien. Sie rückten Futter einer gewöhnlichen „Leckereien-Stufe“ wieder raus, wenn sie im Tausch dafür etwas besonders Leckeres erwarten können.

Das erinnert mich an das Marshmallow-Experiment der späten Sechziger. Kindern, die der Verlockung der süßen Versuchung länger standhielten, bescheinigte man in Kontrollstudien in den Neunzigern höhere schulische und universitäre Erfolge. Seither zählt man die Fähigkeit, einen langfristigen Nutzen dem kurzfristigen vorzuziehen zu den Zeichen höherer Intelligenz. Das ist sicher nicht von der Hand zu weisen.

In der Welt um uns herum ist Geduld allein das falsche Signal, wenn in Gesundheits- und Pflegeberufen noch immer Frauen von hoher fachlicher und sozialer Kompetenz keine angemessene finanzielle Anerkennung erzielen können. Geschweige denn, wenn wir uns in einer zunehmend alternden Gesellschaft fragen müssen, wo denn der Nachwuchs in dieser Branche herkommen soll.

MEHR Verdienst für viel Dienstist das Motto des Equal Pay Day 2013 in Hamburg.

Sie haben immer die Wahl – aushalten, abwarten, daran glauben, dass noch etwas Besseres kommt. Oder jetzt und sofort etwas für den gerechten Ausgleich tun - für unsere Gesellschaft und für sich selbst. Wenn Sie anpacken und sich Anregungen und Handwerkszeug für ihr berufliches Weiterkommen holen wollen:

Herzlich willkommen auf dem Equal Pay Day in Hamburg

  • 21. März 2013
  • 17:00 – 21 Uhr
  • in der Patriotischen Gesellschaft, Eingang Börsenbrücke 10

Das Programm in Hamburg mit Speednetworking, Podiumsdiskussion und gratis Coaching

Das Programm in Deutschland

Übrigens – auch die Kakadus warten nicht mit unendlicher Geduld auf ihre Cashewnuss. Die Hälfte entschieden sich nach vierzig Sekunden neu.

Geduld können. Packen wir Beharrlichkeit und Entschlossenheit dazu. Dann müssen sich Frauen nicht länger mit kleinen Bröckchen zufriedengeben.

 

Comply or Die oder Zurück ins Büro                                                                                                               

 

Kontrolle im Büro

Eine interessante Back-to-the-roots Entwicklung greift Kara Swisher in Ihrem Artikel Physically together auf. Sie kommentiert und veröffentlich das YAHOO Memo, das CEO Marissa Mayer gerade an ihre Mitarbeiter versenden ließ. In diesem Memo fordert Mayer dazu auf, in Zukunft wieder Seite an Seite zu arbeiten und will damit dem flexiblen Home-Office-Treiben ein Ende setzen.

Diskussionsstoff auch für Deutschland, nicht nur in der stets aktuellen Frage vieler ambitionierter kompetenter Business-Frauen, die täglich um die Vereinbarkeit von Job und Familie ringen.

 

Keine Frage:

  • Jeder Dienstleister sollte für seine Kunden komfortabel erreichbar sein.
  • Jeder Mitarbeiter sollte sich den Interessen des Unternehmens verpflichtet fühlen, auf dessen Gehaltsliste er steht.
  • Bei aller Virtualität der Zusammenarbeit braucht es Gelegenheiten, in den Kollegen und Chef physisch zusammentreffen. Erfahrene Teamleiter und Projektmanager wissen, dass jedes virtuell geführte Team reibungsloser zusammenarbeitet, wenn die Menschen im Team sich persönlich kennen.

Jedoch:

  • Erreichbarkeit sollte 2013 keine Frage der persönlichen Anwesenheit im Büro mehr sein, technische Möglichkeiten zur erfolgsorienterten Collaboration sind genug vorhanden.
  • Auch wenn, wie Mayer es begründet, 'Kommunikation und Zusammenarbeit wichtig sind' lässt sich aus der 'Notwendigkeit, Seite an Seite zu arbeiten' wirklich eine „jetzt-alle-zurück-ins-Büro-Doktrin“ ableiten? Braucht es nicht andere Werkzeuge, um Commitment zur Aufgabe und zum Unternehmen sowie Vertrauen in die Zuverlässigkeit der Mitarbeiter und Kollegen zu vertiefen?
  • Nutzen Team- und Projektleiter ausreichend Meßkriterien und –instrumente, um realistisch einzuschätzen, dass nicht nur Aufgaben zielgerichtet erledigt werden sondern auch der gemeinsame Unternehmenszweck im Fokus bleibt?

Sollten wir deshalb nicht besser darüber nachdenken, wie es Führungskräften gelingen kann:

  • den Sinn einer Aufgabe so zu verdeutlichen, dass eigener Antrieb beim Mitarbeiter entsteht, mitzugestalten
  • Flexibilität der Arbeitszeiten und -orte für beide Seiten so auszuhandeln, dass Motivation und Zielerfüllung Hand in Hand gehen
  • alles zu unternehmen, dass die Instrumente, die virtuelle Teamarbeit unterstützen sollen, nicht nur schick und trendy sind, sondern diesem Zweck auch angemessen. Und wie Mitarbeiter – auch jene jenseits der Generation ‚Digital Cowboys‘ – einen echten Anreiz bekommen, diese zu nutzen?

Das braucht viel Gesprächsbereitschaft, Kommunikationstalent und Reisefreudigkeit der Chefs – vielleicht sogar bis in die Homeoffices. So werden Führungskräfte zu Moderatoren von Prozessen und Ergebnissen. Und weniger zu Kontrollettis.

Uns interessiert:

  • Wie halten Sie es mit der Anwesenheitspflicht am Arbeitsplatz?
  • Wann ist für Sie ein Auftrag erfolgreich abgeschlossen?
  • Wie schaffen Sie eine Kultur der Zusammengehörigkeit im Sinne des Unternehmenszwecks?
  • Stimmen Sie Marissa Mayer zu, dass eine Partizipation an der Unternehmenskultur nur durch persönliche Anwesenheit im Büro möglich ist?

Für alle Frauen, die 2013 viel vorhaben: Geld stinkt nicht!

 

Ein wirklich treffender Artikel flattert mir
gerade über Saal Zwei ins Haus

Danke Ladies für Euer großartiges Lesefutter
in diesem Jahr.

The gender pay gap – natürlich ist schon sooo
viel darüber gesprochen worden. Jetzt ist es Zeit zu handeln.

Unter dem Titel “How to attack the gender gap“ geht es mit ersten Tipps gleich klar zur Sache:

  1. Nennen Sie niemals zuerst Ihre Gehaltsvorstellung als festen Betrag.
  2. Bieten Sie eine Bandbreite an, wenn man es doch aus Ihnen herausgeleiert hat.
  3. Nennen Sie nicht das Gehalt aus Ihrem letzten Job, es sei denn, Sie werden explizit danach gefragt.
  4. Nutzen Sie Begriffe wie „Einstiegsangebot“ – das lässt Ihnen Verhandlungsspielraum.
  5. Sagen Sie niemals sofort Ja zu dem, was man Ihnen anbietet.

Gehören Sie auch noch zu denjenigen, die Fragen für nicht ladylike halten? Vergessen Sie es. Hier hatte ausnahmsweise mal jede Oma recht, die Ihnen mit auf den Weg gegeben hat: „Mädchen, wer nicht fragt, der nicht gewinnt.“ Das gehört zu einem souveränen Auftritt einfach dazu.

Wirft man uns Zickigkeit vor, sobald wir tough verhandeln - sei's drum. Dann lächeln wir halt dabei und behalten unser handfestes Ziel entspannt im Auge.

Klingt das nicht nach einem guten Vorsatz für 2013?

Damit vielen Dank allen Leserinnen und Lesern, Klientinnen und Klienten für ein ereignisreiches 2012, Ihnen allen entspannte Feiertage und ein entschlussfreudiges neues Jahr.

Ihre Katrin Klemm

Abgucken erlaubt

Ja, sie lesen richtig: Klauen erlaubt. Das ganze mit Begeisterung und mit viel Humor.

Man sollte die Regeln kennen, bevor man sie bricht. Also klauen Sie mit wachen Sinnen, mit Augen und Ohren von den „großen Jungs“. Dann testen Sie munter drauflos, was zu Ihnen passt. Mehr dazu hier in der PETRA „ Die Jobtricks der Männer“.

Eines noch: Nur lesen hilft nicht. Selber machen bringt‘s. Viel Spaß dabei.