geschichten mit k

Kopfüber

 

Manchmal muss man sich einfach in Dinge reinstürzen. Gelegenheiten packen, wenn sie sich bieten. Nicht lange grübeln.

Ich sitze - mit schwerer Tauchausrüstung beladen - auf der Außenbordwand eines kippligen, wenn auch kräftig motorisierten Schlauchbootes. Das Riff im Roten Meer liegt direkt vor unserer Nase. Es soll Hammerhaie geben. Das wär schon mal was. Doch die Scheu dieser seltenen Tiere ist mir bekannt. Die Bedingungen sind nicht ideal. Haie brauchen es kalt und strömend. Wir haben es noch immer zu warm für die Jahreszeit.

Meine letzte Begegnung mit den Räubern beschränkte sich auf die Ahnung vager Schatten im unendlichen Blauwasser. Nicht gerade überwältigend. Auch die Verhaltensregeln für Taucher gegenüber Haien sind natürlich ins Hirn gedübelt: was mache ich wenn... Selbst wenn die Wahrscheinlichkeit, einem Hammerhai zu begegnen mager ist, man kann ja nie wissen… Das Schlauchboot dreht seine letzte Schleife.

Also was jetzt? Soll ich wirklich? Einfach so rücklings von Bord? Sich ins Blaue fallen lassen?

Drei. Zwei. Eins. Go.

 

Und jetzt?

Selbst wenn Sie sich entschlossen haben, etwas anzupacken, wenn sie energisch mitten hineinspringen in ein neues Projekt, eine neue Erfahrung, eine unbekannte Menschengruppe – kommt es vor, dass Sie zuerst wild an der Oberfläche herumpaddeln, um Orientierung zu gewinnen. Dass die Strömung sie packt und davonwirbelt oder das Gefühl echter Luftknappheit Ihnen Angst und Bange werden lässt. Genau dann: Ausatmen. Einatmen. Ausatmen. Ausatmen – das bringt unseren Puls wieder zur Ruhe und erlaubt es dem Gehirn sich neu zu sortieren. Beim Tauchen ist auch Ihr Buddy, Ihr verlässlicher Tauchpartner in Ihrer Nähe.

Schaut man sich dann gelegentlich um, woher man kommt, erlebt man magische Momente. Stolz und Staunen über die Strecke, die schon geschafft ist. Eine gute Gelegenheit, sich auf seinem Weg noch kurz rückzuversichern, ob man noch weiß, weshalb man tut, was man gerade tut. Beim Tauchen erlebe ich es oft als würdevolle Schönheit, die keine Worte braucht.

Hat man dann Glück und ist zur richtigen Zeit am richtigen Ort ist, trifft man auch mal seinen persönlichen Hammerhai.

Coaching mit k - Hammerhai

Ja, sich kopfüber in eine Sache hineinzustürzen braucht Mut und Vertrauen in sich selbst. Davon wünsche ich Ihnen im neuen Jahr ganze Wagenladungen voll. Denn die prachtvollsten Vorsätze und besten Planungen sind für die Katz, springt man nicht irgendwann mitten hinein. Ins Machen. Ins Tun. Ins Erleben. Dass es auch mal schief gehen kann, ist klar. Schlaue Leute haben das Erfahrung genannt.

“Gute Entscheidungen sind das Resultat von Erfahrung. Und Erfahrung ist die Summe aller Fehler, die wir gemacht haben. Und deswegen sollten wir uns beeilen, unsere ersten 1000 Fehler möglichst schnell zu machen.”

Ist es Ihnen nicht auch schon einmal so gegangen, dass wir - während wir noch so 'vor uns hin fehlern' - unterwegs Dinge entdecken, für die sich das Abtauchen selbst dann gelohnt hat, wenn es nicht der Hammer(hai) war? Erfahrungen, mit denen wir nicht gerechnet haben, die neue Wege, neue Möglichkeiten eröffnen. Und das alles von einem Mal kopfüber

Coaching mit k Tauchen Drachenkopf kopfueber

Ich wünsche Ihnen ein spannendes Jahr 2012. Nutzen Sie Ihre Chancen.

 

Ihre Katrin Klemm

Coaching mit k

PS: Alle Fotos von Nina Escher, die bemerkenswerteste Diveguide 2011. Danke.

Kommentar schreiben


Sicherheitscode
Aktualisieren